Alice Hasters • Literatur
Gegen die neue Verachtung von Verletzlichkeit
In ihrem neuen Buch Anti Opfer benennt Alice Hasters die neue Verachtung von Verletzlichkeit und des Opfer-Begriffs:
In Talkshows, in Bundestagsdebatten, am Abendbrottisch – überall wird über «Opfer» gesprochen. Doch zunehmend sind damit nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist. Sondern solche, die die Harmonie stören, als verweichlicht gelten. «Opfer» – das ist längst ein Vorwurf geworden. Wenn Menschen nicht so viel jammern würden, heißt es, hätten wir nicht so viele Probleme. Was passiert in unserer Gesellschaft, wenn Sensibilität als elitär gilt, das «Recht des Stärkeren» dagegen als egalitär und authentisch?
Hasters beschreibt die verheerenden Folgen dieser Politik und stellt ihnen die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber.
Alice Hasters (*1989 in Köln) lebt und arbeitet als Autorin und Publizistin in Berlin. Sie war unter anderem für die Tagesschau tätig und moderierte bei Deutschlandfunk Nova und dem RBB. Mit Maxi Häcke spricht sie im Podcast Feuer & Brot über Feminismus und Popkultur. Ihr erstes Buch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten belegte Platz 5 der Jahresbestsellerliste Sachbuch im Paperback 2020. Im gleichen Jahr wurde sie zur Kulturjournalistin des Jahres gewählt. Zuletzt erschien ihr Buch Identitätskrise.
Moderation: Tuğba Ayaz
Diese Lesung findet in Partnerschaft mit dem Kinship Festival statt.
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