Douglas Stuart, Liv Strömquist, Mareike Fallwickl und Şeyda Kurt – ohne diese Bücher zu kennen, können Sie im Moment nicht mitreden.
Ich bin Marie und leite das Literaturprogramm im Kaufleuten. Heute eröffne ich den Kaufleuten Buchclub und teile meine Coups de Cœur mit Ihnen.
Aber bevor Sie weiterlesen – jetzt sind Sie dran: Teilen Sie Ihren aktuellen Buchtipp mit mir und erhalten Sie ein Freigetränk für Ihren nächsten Lesungs-Besuch bei uns. Hier geht’s lang »
Also los:
Gerade ganz frisch erschienen ist das neue Buch von Douglas Stuart, John of John. Für Shuggie Bain hat der New Yorker Schriftsteller 2020 den Booker-Preis bekommen – absolut wohlverdient. In John of John nimmt er uns mit auf eine windgepeitschte Insel vor Schottland. Hier leben John und Cal, Vater und Sohn, mit einer ganzen Menge Schafe, aus deren Wolle sie Tweed weben. Der eine liebt das Leben dort, der andere hasst das engstirnige Traditionsbewusstsein, der eine teilt sein Wissen mit dem anderen, doch was sie nicht miteinander teilen ist das, was sie eigentlich gemeinsam haben: ein wohlbehütetes Geheimnis.
Was bedeutet für Sie Freundschaft, wie definieren Sie Romantik? Finden Sie, wir sollten diese Definitionen überdenken? Ja, findet Mareike Fallwickl (ich übrigens auch). Der Fokus der österreichischen Bestsellerautorin liegt auf feministischen, queeren und diversen Themen, denn die Zeit ist mehr als reif für bisher ungehörte Stimmen – und für ihren neuen Roman Haltet euch fest.
Şeyda Kurt hat sich vor allem wegen ihrer essayistischen Sachbücher einen Namen gemacht, in denen sie grossen Gefühlen auf den Zahn fühlt – von Radikale Zärtlichkeit haben Sie sicher schon gehört. Nun hat sie ihren ersten Roman geschrieben. Der heisst Zeit der Monster und wird mindestens genau so toll, wie sein Cover, versprochen.
Woran denken Sie, wenn Sie an Comics denken? An Donald Duck? Asterix & Obelix? WC-Lektüre? Lesen für Faule? Weit gefehlt, denn Comic kann auch ganz anders. Bestens beweist das die schwedische Autorin Liv Strömquist. Feministisch und klug seziert sie Gesellschaftsphänomene von Tamponwerbung über «Life Hacks» bis hin zu den Beziehungsmustern von Leonardo DiCaprio (blonde Models Anfang 20, bis sie irgendwann Mitte 20 sind). Dazu zeichnet sie Bilder, die den Nagel derart auf den Kopf treffen, dass es auch oft wehtut. Man lernt dabei genau so viel, wie beim Lesen eines Sachbuchs, aber hat tausend Mal mehr Spass.
War was dabei? Bestens! Für alle Konzertgäste, die bis hier drangeblieben sind: Kommen Sie doch mal zu einer Lesung, es lohnt sich.
Ich freu mich auf Sie,
Herzliche Grüsse
Marie
PS: Urs aus dem Kulturbüro hat in dieser Liste etwas vermisst und wollte Max Küngs Buchvernissage auch noch erwähnt wissen. Also hiermit – wärmste Empfehlung, nicht nur für die Fans seiner Tagi-Magi-Kolumne. Und: Es gibt eine sommerliche Überraschung…