Ozan Zakariya Keskinkılıç • Literatur
Ein radikal-poetisches Romandebüt
Ozan Zakariya Keskinkılıçs Romandebüt Hundesohn erzählt radikal und poetisch von Liebe und Begehren, von der Angst und dem Glück, in fremden Betten und im Gebet:
Dies ist eine Liebesgeschichte. Sie spielt im Juni, im Juli, im August in Adana, dreitausend Kilometer weit weg von Berlin. In Berlin lebt Zeko. Hier trifft er Männer in Parks und Cafés, auf Dating-Apps und vor der Moschee. Doch jedes Mal, wenn sich ihre Lippen berühren, reissen ihn die Gedanken zurück zu Hassan, dem Nachbarsjungen in Adana, das Zeko nur aus den Sommerferien kennt. Dann stirbt Dede an einem Herzinfarkt. Aber Zeko will nicht vergessen, nicht den Grossvater - und vor allem nicht Hassan. «In neun Tagen werde ich Hassan wiedersehen», wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet, in der Therapiesitzung, im Prinzenbad, beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas ist geschehen, als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas, das immer heftiger heraufdrängt, je näher der Tag seiner Abreise kommt.
Ozan Zakariya Keskinkılıç (*1989) studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt Prinzenbad im Elif Verlag, 2023 das Sachbuch Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes im Verbrecher Verlag. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. Er war für den Clemens-Brentano-Preis und den Dresdner Lyrikpreis nominiert und wurde mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2025 ausgezeichnet. Hundesohn ist sein erster Roman.
Moderation: Okan Yilmaz
Veranstalter: